Helmets for Peace

Ein grenzüberscheitendes Kunstprojekt von Batuz

  • ab 2. März 2015
  • MHM, 1. Obergeschoß, Chronologie II, 1945 - heute.

 

2002 rief Batuz das Kunstprojekt „Helmets for Peace“ ins Leben. Menschen aus aller Welt wirkten an dem Projekt mit, auch Soldaten der Bundeswehr. Ausrangierte Bundeswehrhelme erhielten individuell gestaltete Farbflächen in leuchtendem Blau und Gelb. Damit formierten sich die Teilnehmer in der Neiße zu einem grenzüberschreitenden Kunstwerk. Aus rund 100 dieser Helme schuf Batuz die nun im Militärhistorischen Museum gezeigte, rund 4 x 8 m große Installation. Der Künstler Batuz (geb. 1933 in Ungarn) arbeitet in Südamerika, den USA und Europa. Seit über 20 Jahren ist er auch in Sachsen aktiv. Intensiv beschäftigt er sich mit dem Wechselspiel zwischen zwei Flächen und der Schnittstelle, die beide trennt und verbindet. Seinen zunächst abstrakten künstlerischen Ansatz weitete er immer mehr in den sozialen Raum aus. 1984 gründete er die „Société Imaginaire“ zur interkulturellen Kommunikation durch Kunst. Über Jahrzehnte verfolgt er Projekte, die die Überwindung von Grenzen zum Ziel haben.

 

Der Künstler

1933 Batuz wird am 27. Mai in Budapest geboren. Er wächst auf dem Landgut seiner Familie in Mátraderecske, Ungarn, auf. 1944 Batuz’ Familie flieht vor der heranrückenden Roten Armee, verliert allen Besitz und lebt die nächsten Jahre in Flüchtlingslagern und unter einfachsten Bedingungen. 1949 Die Familie emigriert nach Buenos Aires, Argentinien. Batuz, der zu dieser Zeit schwer körperlich arbeitet, erkrankt an einer Herzmuskelentzündung und beginnt zu malen. Als Autodidakt kopiert er alte Meister und Impressionisten, um zum Familienunterhalt beizutragen. 1955 – 1963 Batuz malt vor allem expressionistisch anmutende Landschaften und Stillleben. 1961 Er heiratet Ute Mattel, die Enkelin des österreichischen Komponisten Anton von Webern. Das Paar bekommt drei Söhne und eineTochter. 1963 Batuz’ erste Einzelausstellung findet in der Galerie Lerner, Buenos Aires, statt. 1964 Die Familie zieht in den damals noch ruhigen Küstenort Villa Gesell. Batuz widmet sich nun ausschließlich der Kunst, arbeitet immer stärker abstrakt und beschäftigt sich auch mit Skulptur. 1970 Batuz schließt einen Exklusivvertrag mit der New Yorker Galerie Wildenstein. 1973 Er geht mit seiner Familie nach New York und lässt sich schließlich in Connecticut nieder. 1975 Batuz lernt den einflussreichen Kunstsammler Joseph H. Hirshhorn kennen. 1977 Arbeiten von Batuz werden im Hirshhorn Museum and Sculpture Garden, New York, und in der Nürnberger Kunsthalle gezeigt. 1978 Einzelausstellungen von Batuz finden im Museu de Arte de São Paulo, Brasilien, und in The Phillips Collection, Washington D. C., statt. 1979 Batuz beschäftigt sich mit Collagetechniken. Er besucht einen »handmade paper workshop « von John Koller und beginnt, in freierer Form intensiv mit gefärbtem und plastisch gestaltetem Papier zu arbeiten. Er schafft nicht Arbeiten auf Papier, sondern Arbeiten aus Papier. 1981 Batuz’ Werke sind in Einzelausstellungen im Everson Museum of Art, Syracuse, New York, in der Nürnberger Kunsthalle und im Museum Moderner Kunst, Wien, zu sehen. Weitere Einzelausstellungen folgen, unter anderem 1982 im Hara Museum für Zeitgenössische Kunst, Tokio, und 1984 in der Fundação Calouste Gulbenkian, Lissabon. 1984 Zunehmend wendet sich Batuz von der Schaffung kunstmarkttauglicher Werke ab und sucht neue künstlerische Ausdrucksformen, die Menschen weltweit verbinden und Grenzen überwinden. Er stellt Überlegungen zu einer Société Imaginaire an, deren erstes Treffen 1987 stattfindet. Ihr gehören Intellektuelle, Schriftsteller und Künstler an wie Michel Butor, Enrique Molina, Dieter Ronte, Inge Morath und Hans Magnus Enzensberger. Sitz der Société Imaginaire ist bis 1991 das Schloss Schaumburg nahe Limburg a. d. Lahn. Batuz lebt und arbeitet international – nicht nur in Deutschland, sondern weiterhin auch in den USA, Uruguay und anderen südamerikanischen Staaten. 1991 Das Argentinische Portfolio entsteht, das erste einer langen Reihe von Mappenwerken der Société Imaginaire. Solche Portfolios werden später unter anderem dem Kupferstich-Kabinett Dresden und der National Gallery, Washington, überreicht. 1993 Batuz gründet ein »working centre« im Kloster Altzella bei Nossen, Sachsen, in dem sich bis 2005 Künstler und Kunstbegeisterte aus aller Welt treffen. Die Société Imaginaire lebt in den folgenden Jahren weiter über ständige »correspondence«, Ausstellungen und Kooperationen mit Institutionen wie der TU Dresden. 2000 Der Künstler initiiert ein Treffen von Nordargentiniern und britischen Einwohnern der Falkland- Inseln in Altzella zum Thema »Falkland-Inseln – Provinz Tucuman. Zwei Regionen. Eine menschliche Annäherung.«